Beim Griechischen Feuer handelt es sich um eine in der frühen Neuzeit selten gewordene, aber nichtsdestotrotz entsetzliche Waffe. Entwickelt wurde es im 7. Jh. in Byzanz und war bereits in der byzantinischen Marine eine Waffe, die hauptsächlich auf See verwendet wurde. Die Byzantiner nannten es „flüssiges Feuer“ oder „Seefeuer“. Die heute gebräuchliche Bezeichnung „Griechisches Feuer“ war bei den Erfindern unbekannt.

Geschichte

Allgemein[1]

Als Brandmittel dienten den Byzantinern das im Bereich des Schwarzen Meeres sogar an der Erdoberfläche erreichbare Erdöl und dessen festere natürliche Erscheinungsform Asphalt in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Dieser Grundlage wurden oftmals Baumharz, Schwefel und gebrannter Kalk zugesetzt, ab dem 10. Jh. auch Salpeter. Die brennende Mischung aus diesen Stoffen kann mit Wasser nicht gelöscht werden. Folgebrände, etwa nach Übergreifen vom mit Flammöl benetzten Deck auf Segel oder andere Holzteile, können zwar mit Wasser gelöscht werden, aber solange brennendes Flammöl in der Nähe ist, kann der Brand jederzeit wieder entstehen. 

Teilweise wurde sogar angenommen, dass Wasser als Zündmittel dient, doch ist eine Selbstentzündung im Wasser nie bewiesen worden. Diese Behauptung mag damit zusammenhängen, dass das „flüssige Feuer“ fast ausschließlich zur See zum Einsatz kam, stationäre Landanlagen dafür aber nicht bekannt waren. Es gab jedoch auch tragbare Handspritzen, mit denen das „flüssige Feuer“ verspritzt werden konnte. Auch die Anwendung in Tonhohlgeschossen und in Wurfkrügen aus Ton ist nachgewiesen, wobei diese vermutlich mit brennender Lunte versehen waren.

Es heißt, die genaue Zusammensetzung sei seit dem Untergang des byzantinischen Reiches 1453 nicht mehr bekannt. Das Rezept galt als Staatsgeheimnis und ist von den Feinden der Byzantiner trotz zahlreicher Versuche einschließlich Spionage nie enträtselt worden. Edward „Blackbeard“ Teach muss das Rezept jedoch auf unbekannten Wegen erfahren haben, da seine Version des „Griechischen Feuers“ eine ebenso grauenhafte Wirkung hat wie das byzantinische Original. 

Verschossen wurde es schon bei den Byzantinern hauptsächlich aus so genannten Siphons, im Prinzip eine dem modernen Flammenwerfer ähnliche Rohrkonstruktion, die stationär auf Schiffen montiert ist. Der Siphon, der von den Byzantinern benutzt wurde, war vermutlich ein Druckbehälter und bestand aus Bronze, dessen einzelne Teile mit Zinn verlötet waren. Mit großer Wahrscheinlichkeit sorgte eine Pumpe für den Überdruck, der bei Betätigen des Ventils die brennende Flüssigkeit aus dem Vorrat beförderte. Die Anwendung dieser Waffe bedurfte einer besonderen Ausbildung, die nur wenigen Spezialisten zuteil wurde. Auf einer byzantinischen Dromone, dem Schiffstyp, der mit Seefeuer ausgerüstet war, gab es bis zu drei Siphons und für jede Anlage allenfalls zwei Crewmitglieder, die sie bedienen konnten. 

Beim Schuss aus dem Siphon wurden nicht nur wie bei einer modernen gasbetriebenen Lötfackel Flammen verschossen, sondern die brennende Flüssigkeit selbst aus dem Rohr getrieben, die dann im Ziel auf den angeschossenen Gegenständen oder Personen haften blieb und so den Brand im Ziel auslöste und erhielt.

Die Wirkung des Seefeuers war verheerend, sowohl von den tatsächlichen Folgen als auch vom psychologischen Effekt, hervorgerufen einerseits durch das mit Wasser nicht zu löschende Feuer, andererseits auch durch das donnernde Geräusch beim Abfeuern, das jedenfalls bis zur Erfindung und militärischen Nutzbarmachung des Schießpulvers in Europa und im Vorderen Orient sehr ungewöhnlich und deshalb besonders Furcht einflößend war. Gerade im Vorderen Orient wurde die klebrige, brennende Masse mit jenem Feuer verglichen, das nach dem Alten Testament Sodom und Gomorrha vernichtete

Die Spritze des Siphons war auf byzantinischen Schiffen stets gut sichtbar. Sie sorgte durchaus dafür, dass es zwischen dem 7 und dem 15. Jh. im Mittelmeer kaum ein Schiff riskierte, ein byzantinisches Schiff anzugreifen, um sich diesem Hölleninstrument nicht auszusetzen. 

Es ist anzunehmen, dass die Anlagen für das „Griechische Feuer“ auf der Queen Anne’s Revenge nach dem Vorbild des byzantinischen Siphons konstruiert sind, die Düsen sind jedoch offenbar starr im Bugbereich installiert und sind nicht wie das byzantinische Original beliebig drehbar. Anderenfalls müsste Blackbeard sein Schiff nicht drehen, um den Koch damit zu töten.

Fremde Gezeiten

Auf Blackbeards Schiff, der Queen Anne’s Revenge, befindet sich eine geheime Waffe, die auf dem griechischen Feuergerät der Byzantiner basiert. Von zwei Düsen am Bug unterhalb der Skelett-Galionsfigur entfesselt, ist das Feuer eine tödliche Waffe.

Als Jack Sparrow und die anderen Crewmitglieder eine Meuterei starten, werden sie von Blackbeard und seinen Zombies jedoch aufgehalten. Da der Koch zuletzt Wache hatte, ist er derjenige, den Blackbeard bestraft. Er lässt den Koch in ein Beiboot setzten und zieht sein Schwert, mit dem er das Schiff und damit die Feuerdüsen steuern kann. Als das Schiff die richtige Position hat, zündet er das Feuer. Der Koch wird lebendig verbrannt.

Auf Whitecap Bay benutzt Blackbeard sein Feuer, um die Meerjungfrauen in Richtung Küste zu treiben, um eine zu fangen.

Nach Blackbeards Tod übernimmt Barbossa die Queen Anne’s Revenge und damit auch die Abschussanlage für das Griechische Feuer. Er setzt es jedoch nicht erkennbar ein.

Einzelnachweise

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